Molino San Vincenzo


Projektbeschreibung

Der Fundplatz "Molino San Vincenzo" wurde seit seiner Entdeckung 2010 unterschiedlichen invasiven und non-invasiven, archäologischen Untersuchungen unterzogen. Neben der archäologischen Feldforschung liegt ein Hauptaugenmerk auf der Analyse der materiellen Kultur.

2013 wurde durch die Universität Wien im Rahmen non-invasiver Untersuchungen ein intensiver systematischer Rastersurvey initiiert und es konnten auf 2, 3 ha Fläche Funde innerhalb von 10 x 10 m messenden Grids gesammelt werden. In regelmäßigen Abständen von 20 m auf einer Strecke von 200 m in einem OW-Verlauf konnte zusätzlich ein mikro-invasiver Survey mit insgesamt elf shovel test pits durchgeführt werden. Diese Fundmaterialaufsammlungen ermöglichten es, eine Zone besonders hoher relativer Funddichte zu lokalisieren.

Karte ausgewählter non-invasiver Untersuchungen und Ergebnisse: Geophysikalische Prospektion mit Magnetik und intensiver Rastersurvey 2013 sowie Traktsurvey 2016

Ausgewählte non-invasive Untersuchungen und Ergebnisse: Geophysikalische Prospektion mit Magnetik und intensiver Rastersurvey 2013 sowie Traktsurvey 2016 (Dominik Hagmann | Regione Toscana | Österreichisches Archäologisches Institut 2016)

Ab 2012 wurden regelmäßig Grabungskampagnen durchgeführt und bis 2016 insgesamt sechs Sondagen und vier Schnitte (Sondage 1–6/2011, Schnitt 1/2012, Schnitt 2/2012–2015, Schnitt 3/2016, Schnitt 4/2016) stratigraphisch ergraben. Sämtliche Ergebnisse werden in ein Geographisches Informationssystem importiert, auf einem Onlineserver der Universität Wien gespeichert und hier zukünftig auch zur Verfügung gestellt. Hoher Wert wird auf die Inegration digitalarchäologischer Methoden in die Feldforschung gelegt, etwa die Generierung von 3D-Modellen einzelner Schichten anhand von Digitalfotos mittels Image-Based-Modeling.

Die zahlreichen Keramikfunde aus den Ausgrabungen belegen eine lange Nutzungsdauer des Fundplatzes von Molino San Vincenzo. Bei den ältesten Beispielen handelt es sich um Bucchero-Keramik des 6./5. Jh. v. Chr. Die intensivste Siedlungsphase von der späten republikanischen Zeit bis in die Kaiserzeit ist an Hand eines mannigfaltigen Fundspektrums identifizierbar.