Historische Landnutzung und Landschaftswandel in der Dekapolis-Region (Jordanien)


Projektbeschreibung

Karte der Dekapolis-Region im Nahen Osten (Karte: Dominik Hagmann, Natural Earth, A. Jarvis, H.I. Reuter, A. Nelson, E. Guevara, 2008, Hole-filled seamless SRTM data V4, International Centre for Tropical  Agriculture (CIAT), available  from http://srtm.csi.cgiar.org 2015 | CC-BY 4.0)

Dekapolis Region (Karte: Dominik Hagmann 2015)

Forscherinnen und Forscher der Universität Wien auf einem Feld beim Survey in Jordanien (Foto: Universität Wien 2015 | CC-BY 4.0)

Survey in Umm el-Jimal (Foto: Günther Schörner 2015)

Karte mit den untersuchten Fundplätzen innerhalb der Dekapolis-Region (Karte: Dominik Hagmann, Natural Earth, A. Jarvis, H.I. Reuter, A. Nelson, E. Guevara, 2008, Hole-filled seamless SRTM data V4, International Centre for Tropical  Agriculture (CIAT), available  from http://srtm.csi.cgiar.org 2015 | CC-BY 4.0)

Projektierte Fundplätze (Karte: Dominik Hagmann 2015)

Im Projekt werden grundlegende Fragen zum Zusammenhang von natürlichen Ressourcen, menschlichen Aktivitäten, und historischen Landschaftskonzepten gestellt. Das übergeordnete Ziel des Projekts ist die Untersuchung von Landnutzung und Umweltveränderung seit der Bronzezeit bis in die Moderne. Dies wird durch einen vergleichenden Ansatz erreicht, der auf der Ressourcendiversität und klimatischen Gradienten des Untersuchungsgebietes basiert. Der Zusammenhang von Klima, Bodentyp, Vegetation, und historischer Landwirtschaft wird untersucht. Die Forschungsagenda und das Datenmanagement sind transdisziplinär angelegt.

Vergleichende Untersuchungen zur Umwelt, Geschichte, Böden und Archäologie werden in der Umgebung von

  • Umm Qeis (Gadara),
  • Abila und
  • Umm el-Jimal

in der Dekapolis-Region in Nordjordanien durchgeführt.

Ein intensiver archäologischer Survey wird Reste alter Landnutzungsmuster nahe diesen Orten identifizieren, die in unterschiedlichen klimatischen und pedologischen Zonen liegen. Einerseits werden erprobte Survey-Methoden wie der Transekt- Survey oder der Umweltzonen-Survey angewandt, andererseits werden auch neue Ansätze, wie ein Keramik-Index, ein Dauerhaftigkeit-der-Landnutzung-Index, und ein Unterschiedlichkeit-der- Aktivitäten-Index angewandt.

Bodenkundliche Untersuchungen einschliesslich Biomarkern und Phytolithen verbessern die Landnutzungsrekonstruktion, z.B. mit Blick auf Indikatoren für Düngung. Außerdem werden weitverbreitete Talverfüllungen weiter untersucht, die wahrscheinlich vor allem in der Spätantike und unter trockeneren Bedingungen abgelagert wurden. Die Sedimente erlauben eine detaillierte Rekonstruktion von Änderungen der fluvialen Dynamik und der Vegetationsgeschichte. Das Projekt befasst sich mit kritischen Fragen wie der Analyse der regionalen Verteilung von Keramik ausserhalb von Siedlungen. Völlig innovativ ist die Durchführung des Surveys im Kontext bodenkundlicher Untersuchungen.

Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Ausgrabungen ist das Projekt inmitten der Archäologie Nordjordaniens verortet und vernetzt. Das Projekt bringt verschiedene Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland, Österreich und Jordanien zusammen.

Dabei werden auch verschiedene Disziplinen verbunden (Geographie, Islamwissenschaften, Klassische Archäologie), die selten zusammenarbeiten. Durch die Teilnahme einer Reihe von Nachwuchswissenschaftlern, zwei Promotionen, und vielen Gelegenheiten für die Teilnahme von Studierenden bietet das Projekt ausgezeichnete Möglichkeiten zur Qualifikation junger Wissenschaftler.

Die Ergebnisse werden international publiziert und im Rahmen eines web-basierten Katalogs und zweier Workshops in Jordanien bekannt gemacht.